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WIEN – WALD – WASSER – Teil 1

Eine Hitzewelle wie seit Jahren nicht. Kein Sommerloch in Sicht. Die 690 DUKE für zwei Wochen zu Gast. Wir erobern die Stadt, flüchten in Wälder und tauchen ein in Gewässer.

Kapitel 1: WIEN

Wo ist die Sommerpause? Wohin sind die Zeiten entschwunden, als ab Anfang Juli die Kunden begannen, sich in den Urlaub zu verabschieden, um frühestens ab Mitte August wieder aufzutauchen?

So ist das nicht mehr. Und das wirft den ursprünglichen Plan für die 690er DUKE über den Haufen: Die Reise über den Alpenbogen bis ans mittlere und weiter ans atlantische Meer. Die muss – wieder einmal – warten. Zu viele Termine. Zu viele Aufträge. Zu viele Deadlines. Selbst die Wochenenden sind so gut wie ausgebucht. Kaum eine Lücke bleibt, für zumindest eine temporäre Flucht aus der Stadt. Was machen wir daraus? Das Beste, in kleine(re)n Dosen. Wir werden uns aus der knapp bemessenen Zeitspanne eine gute Zeit machen, die Herzogin und ich.


690 Duke Fahrfoto_lowres

Herzoginnen


Wir feiern Wiedersehen. Mit einer Runde rund um halb Wien. Es schauen ja die Gebirgsbewohner Westösterreichs ein wenig mitleidig auf den Osten hinab. Keine echten Berge. Nur Flachland. Kaum herausfordernde Kurven. Woher denn auch, am Eingang zur Pannonischen Tiefebene? Nun, ganz so ist es nicht. Es hat auch der Wiener Wald seine scharfen Ecken und das löchrige Kopfsteinpflaster der Höhenstraße seine das Fahrwerk und die Federung herausfordernden Eigenheiten. Es gibt dazu auch das eine sowie andere anregende Bergauf sowie -ab in kaum zwanzig Minuten Entfernung von der Innenstadt. Dem statten wir, zum Wieder-Kennenlernen – nach gut einem Jahr Pause – einen Besuch ab.


Donaupanorama_lowres

Donaustadt


Zuerst in Richtung Norden, die Donau entlang, über Kritzendorf und Greifenstein auf allgemein weniger bekannten schmalen Sträßchen durch die Wälder, schließlich in einem weiten Bogen ins viel besungene Helenental, bis Baden, dann über die Weinstraße und Gumpoldskirchen wieder retour zur Stadt. Das muss fürs erste, zur Einstimmung, reichen. Die Herzogin und ich, wir haben einander immer schon gut verstanden, seit ihrer ersten Generation, als man sie noch mit einem kräftigen Kick zum Laufen bringen musste. Wir sind einander von Entwicklungsschritt zu Entwicklungsschritt ans Herz gewachsen.

Dieses Mal bleibt vorerst aber nicht mehr Zeit zum längeren Ausschweifen. Der Terminkalender ist noch immer voll. Unser Revier ist für die nächsten Tage die Innenstadt, und damit die Blechkolonnen zu Rush Hour-Zeiten, die Tempo-30- sowie die Begegnungszonen und die touristischen Hotspots in der City.

Wir fahren zum Flughafen. Der nächste Kalendereintrag lautet: Zweitagestermin im Ausland. Abflug um 7 Uhr 20 am Morgen. Rückkehr um 21.30 am Abend des darauffolgenden Tages. Das heißt: zu nachtschlafender Zeit zum Airport aufbrechen, so oder so, ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto. Ersteres dauert eine Stunde. Zweiteres maximal eine halbe. Auto fällt aber aus, weil gerade nicht vorhanden. Doch es steht ja die Herzogin vor der Tür. Und auf dem Flughafen in Wien-Schwechat gibt’s wenigstens eine Möglichkeit – vor dem Parkhaus 3 –, ein Eisen abzustellen, ohne dafür Parkgebühren in Höhe einer Wohnungsmiete zu berappen.


Parkhaus Flughafen_lowres

Abflug


Das bereitet einem Kollegen offenbar Sorgen: „Aber was machst du dann mit dem Helm und mit der Jacke? Nimmst du die mit?“ Das fragt er, wohl wissend, dass das Thema „praktisches Topcase“ für mich keines ist, sei es ein auf einem eigenen oder einem Gast-Motorrad wie gerade eben der Herzogin. Na, es gibt so etwas wie eine Gepäckaufbewahrung, wo man gegen eine verschmerzbare Tagesgebühr die auf der Reise nicht benötigten Utensilien deponieren kann. Gesagt. Getan. Es hat zwar der junge Mann, der Schalterdienst hatte, ein wenig komisch geschaut, aber dann brav Jacke wie Helm entgegengenommen, nummeriert und ins Aufbewahrungsregal gelegt. Wo ich meine Sachen nach absolviertem Termin unversehrt wieder abgeholt habe und entspannt wieder nach Hause gefahren bin. Ach ja, der Koffer beziehungsweise das Gepäck. Davon braucht’s für Kurztrips im Sommer ohnehin nicht viel. Eine ebenso leichte wie handliche Weekender-Bag reicht vollauf. Und die wird genauso transportiert wie Gepäck sonst auch: mit Spanngurten und Gepäcksnetz festgeschnallt am Heck.


Anflug auf Wien 2_lowres

Zurück über Wien


Wir suchen Schatten. Es kommen Gäste. Aus Paris. Die wollen in zwei Tagen so viel wie möglich von Wien sehen. Aber nicht das, was man ohnehin kennt. Sondern die sozusagen geheimen Ecken, jene, in die sich der Wiener zurückzieht, wenn Massen von Touristen in die Donaumetropole strömen. Es werden zwar auch diesbezüglich einschlägige Touren angeboten, zu Fuß, per Fahrrad, mit Segways, mit offenen und mit geschlossenen Bussen, aber – noch – keine mit einspurigen motorisierten Gefährten. Dabei können gerade diese in kurzer Zeit ganz spezielle Perspektiven zeigen, etwa, dass die Wienerstadt auch ihre hügeligen Dimensionen hat, wenn man von Rand zu Rand durchquert. Und wenn die Gruppe nicht zu groß ist, dann ist es auch kein Problem, hier und da stehen zu bleiben und zu verweilen.

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DC Tower

Somit machen wir uns in einem überschaubaren Vierer-Grüppchen auf und erkunden unter anderem die Aussichtspunkte auf dem Kahlen- und dem Leopoldsberg, bis wir vom Wiental aus die City zu eroberen beginnen. Mittlerweile aber steht die Sonne im Zenith, und die Sehnsucht nach Schatten besiegt die Neugier auf Sehenswertes. Es hat ja Wien mittlerweile eine unglaubliche Vielfalt an gastlichen Outdoor-Lokalitäten zu bieten, und man kann sich aussuchen, ob man bodenständig oder exotisch verköstigt werden will. Aber offenbar haben einige unserer Gruppe Sehnsucht nach ihrer französischen Heimat. Auch damit kann gedient werden, und die Sightseeing-Tour endet – vorerst – im einem der urbanen Schanigärten des siebenten Bezirks. Wo wir von einem ebenso heftigen wie kurzen Gewitter überrascht werden, das zu Quiche, Croque & Co eine effektive Abkühlung liefert. Die allerdings von der kurz darauf von neuem brennende Sonne schnell wieder zu einer fernen Erinnerung verdampft wird.

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Fortsetzung folgt ...

Fotos: Veronika Hiller-Asso, Beatrix Keckeis-Hiller, Seppi Linsbichler

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