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Von der Strecke an den Strand: MXGP-Stars gehen ins Wasser!

Glenn Coldenhoff vom Red Bull KTM-Team erzählt uns von seiner Leidenschaft für Jetskis und was sein nasses Hobby mit seinem ‚Hauptberuf‘ in der MXGP gemeinsam hat.

Glenn Coldenhoff (NED) 2018 © Ray Archer


Es passt ganz gut, dass der 27-jährige Niederländer (und viele andere Fahrer) ein Fan dieser ‚Wassermotorräder‘ ist, war es doch ein amerikanischer Motocross-Fahrer – Clayton Jacobson – der in den 1960er-Jahren die Idee zum ‚Jetski‘ hatte. Sein Vertrag mit Kawasaki machte das Wassergefährt schließlich bekannt und seitdem entwickelte sich eine eigene Szene drumherum.

Der Jetski hat seine Wurzeln im Motocross-Sport und obwohl die Wellen eines Sees in Belgien kaum etwas mit dem harten Untergrund einer MXGP-Strecke gemeinsam haben, ist Coldenhoff der Meinung, dass es doch Parallelen zu seinem Job auf der KTM 450 SX-F gibt, besonders – und lustigerweise – dann, wenn es um Sand geht.

„Es dreht sich alles um‘s Gleichgewicht“, so Coldenhoff. „Ich verwende einen Jetski, auf dem man steht, der macht viel mehr Spaß als jene, auf denen man sitzt. Schnelle Kurven zu fahren ist nicht leicht, weil das Heck immer blitzschnell herumkommt und es sich anfühlt, als würdest du eine langsame Kehre fahren, was du aber gar nicht willst! Es ist körperlich anstrengend, also ein gutes Training. Selbst wenn ich einen Tag freihabe, schwinge ich mich auf meinen Jetski, um ein zusätzliches Workout zu bekommen. Es ist für den Rücken und die Beine richtig hart. Du musst ständig kleine Bewegungen machen.“

„Ich glaube, dass das Jetski-Fahren dich zu einem besseren Motorrad-Rennfahrer macht”, fügt er hinzu. „Bei einem GP mit viel Sand wie dem in Lommel bist du auf dem Bike ebenfalls ständig in Bewegung. Wenn sich viele Jetskis auf dem See tummeln, wird die Wasseroberfläche schon ziemlich unruhig. Das fühlt sich dann ähnlich an wie der Sand: Der Jetski bewegt sich und deine Körperhaltung folgt der Bewegung nahezu vollständig. Auf dem Wasser fährst du Kurven natürlich völlig anders: Jetskis haben zwar einen Lenker, du musst aber fast runterhängen, um eine schöne Kurve hinzubekommen. Es ist fast so, wie Sozius in einem Motorrad mit Seitenwagen zu sein. Ich trainiere ziemlich viel.“

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Glenn Coldenhoff (NED) 2018 © Ray Archer

Coldenhoff fährt derzeit sein drittes Jahr bei Red Bull KTM und jagt seinem ersten Podestplatz in der Saison 2018 hinterher, während seine beiden Teamkollegen in der gleichen Zeit die Latte in der Königsklasse noch höher gelegt haben. Die laufende MXGP-Meisterschaft gestaltet sich unglaublich hart und seit dem ersten Lauf in Argentinien geben Jeffrey Herlings und Tony Cairoli den Takt vor. Coldenhoff hatte unterdessen sein beständigstes Jahr auf der KTM 450 SX-F und ist auf dem Weg, sich einen Platz unter den besten Sechs zu sichern. Seine Faszination für Wassersport entwickelte er erst kürzlich, nachdem er ein Auge auf ein bestimmtes Red Bull-Kleidungsstück geworfen hatte.

„Alles begann mit einem Freund, der einen Jetski besaß. Es war vor zwei Jahren, glaube ich, und ich genoss es, damit zu fahren. Besonders an heißen Sommertagen”, erinnert er sich. „Seit ich wieder bei Red Bull bin, gibt es eine App für Athleten und ich war gerade dabei, Kappen und Klamotten zu bestellen und wollte auch einen Neoprenanzug haben, der aber nie geliefert wurde. Bei einem Gespräch mit meinem Freund sagte dieser: „Wenn der Anzug kommt, kaufen wir dir einen Jetski.“ Letzten Sommer war es endlich soweit und etwa vier Wochen später hatten wir den Jetski, doch das Wetter fing gerade an, schlechter zu werden. Dieses Jahr haben wir viel mehr Zeit darauf verbracht.“

„Das Jetski-Fahren ist ein bisschen wie das ‚Rennfahren‘ und wir haben auch eine Strecke auf dem Wasser, der wir folgen können”, so ‚The Hoff‘ weiter. „Es ist richtig schwierig und ich stürze oft, habe aber viel Spaß mit dem Springen und Tauchen.“

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Glenn Coldenhoff (NED) 2018 © Ray Archer

In der MXGP muss Coldenhoff die Pferdestärken der KTM 450 SX-F-Werksmaschine bändigen, und die Geschwindigkeiten, mit denen er über das raue Gelände und die verschiedenen Untergründe der zwanzig Rennstrecken fliegt, macht bei näherer Betrachtung beinahe Angst. Es handelt sich ohne Zweifel um eine der schwierigsten und riskantesten Disziplinen des Motorsports. Und eine der spektakulärsten. Wie sieht Coldenhoff die Power und den Nervenkitzel des Jetski-Fahrens im Vergleich? „Die Power ist nicht gerade überwältigend”, meint er. „Es fühlt sich nur dann schnell an, wenn du ohne Helm Vollgas gibst und geradeaus fährst. Mit dem Helm auf dem Kopf spürst du das Wasser nicht auf deinem Gesicht, sodass du die Geschwindigkeit nicht so spürst. Wenn ich herumspiele, trage ich nicht immer einen Helm, aber wenn ich ein paar schnelle Runden hinlegen will, setze ich ihn auf und verwende eine Schutzbrille. So fühle ich mich sicherer.“

Als Athlet einer Sportart, bei der Verletzungen an der Tagesordnung stehen (ein MXGP-Rennfahrer kann von Glück reden, eine Saison ohne Besuch beim Doktor zu überstehen), kann Coldenhoff nur müde lächeln, als wir ihn fragen, ob sich das Wasser oder das Gelände einer Rennstrecke härter anfühlt. „Wasser ist dagegen butterweich! Das Unangenehmste ist, wenn du stürzt und dein Körper den Jetski trifft. Meistens aber fällst du in eine Richtung, während der Jetski in eine andere fährt! Und selbst wenn du auf der Wasseroberfläche aufprallst, bietet der Neoprenanzug einen gewissen Schutz vor Verletzungen. Es ist einfach ein Riesenspaß!“

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Glenn Coldenhoff (NED) 2018 © Ray Archer

Fotos: Ray Archer

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