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Stefan Pierer über seine Zweirad-Erfahrungen

Bei der Präsentation des KTM-MotoGP-Bikes beim Österreich-GP der MotoGP in Spielberg, waren die Emotionen in der Stimme des KTM CEO Stefan Pierer deutlich zu spüren. Die KTM RC16 im Red Bull-Design war der Star der Show. Nach der Pressekonferenz mit Stefan Pierer, Dorna CEO Carmelo Ezpeleta und KTM Motorsport Direktor Pit Beirer, die einen bedeutenden Meilenstein der Firmengeschichte markierte, bot sich die Gelegenheit, fünf Minuten mit dem Österreicher über seinen eigenen Motorrad-Hintergrund zu sprechen …

Stefan Pierer KTM RC16 Red Bull Ring Spielberg (AUT) 2016

Stefan Pierer KTM RC16 Red Bull Ring Spielberg (AUT) 2016


Herr Pierer, seit wann haben Sie diesen starken Bezug zu Motorrädern? „Seit etwa 45 Jahren. Ich wuchs in einer ländlichen Gegend auf und ohne ein motorisiertes Zweirad, saß man mitten im Nirgendwo fest! Man war komplett verloren! Ein Motorrad war ein Muss, um Teil des sozialen Lebens zu sein. Inoffiziell begannen wir mit 13 oder 14 Jahren Motorrad zu fahren, das war damals ok … jetzt ist es verboten. Mit 16 bekam ich mein erstes Moped, glücklicherweise eine KTM. Ich bin also mit Motorrädern aufgewachsen, aber als ich älter wurde und eine Familie gegründet habe, hatten andere Dinge Vorrang. Erst vor etwa 25 Jahren haben mich Heinz und Gerald Kiska in die Motorradindustrie zurückgebracht.“

Waren Ihre Eltern dagegen, dass Sie Motorrad fahren? „Nein, denn zu der Zeit, in der ich aufgewachsen bin, wurde Motorradfahren nicht als so riskant wahrgenommen, besonders im Vergleich zu heute und der Verkehr war nicht so dicht. Ich würde sagen, man hatte eine ‘normale’ Wahrnehmung in Bezug auf das Motorrad fahren. Ich bin der Vizepräsident der europäischen Motorradindustrie und ich bin sehr oft in Brüssel und ich muss sagen, die Politiker drängen uns; sie sagen, dass die Todesfälle bei Motorrädern und Autos ungefähr auf dem gleichen Niveau liegen, bei den Autos aber ein leichter Rückgang zu erkennen ist. Wenn man sich die Statistiken im Detail anschaut, sieht man, dass 50% dieser Statistik nicht auf das Verhalten der Motorradfahrer zurückzuführen ist; es geht um die Sichtbarkeit, zusammen mit Beschleunigung ein Aspekt, den viele Autofahrer nicht verstehen. Es gibt viele Punkte, die hier eine Rolle spielen, daher ist mein Vorschlag, dass alle Teilnehmer am Straßenverkehr eine Art Motorrad-Lizenz haben sollten, so dass sie die Risiken besser einschätzen und verstehen können.“

Haben Sie jemals an einem Rennen teilgenommen? „Nein, auf diesem Niveau war ich nicht. Für uns war ein Motorrad mehr ein Alltagsgegenstand … natürlich hatten wir Spaß, aber über das normale Fahren und Pendeln von Ort zu Ort ging es nicht hinaus.“

Haben Sie einen Motorradhelden? „Jarno Saarinen; er war ein guter Fahrer. Dann natürlich die Amerikaner. Im Tunnel am Red Bull Ring wird ihnen mit Bildern gedacht. Leute wie [Eddie] Lawson, [Kenny] Roberts, Kevin Schwantz. Als Motorradfahrer war es fast schon ein muss, auch den Motorradsport zu verfolgen.“

Welche Art des Motorradfahrens bevorzugen Sie? Trail? Offroad? Touring? „Ganz klar Offroad. Da draußen bist du ganz auf dich allein gestellt und musst einfach dein bestes geben … und dich nicht um den Verkehr sorgen!“

Gab es eine Zeit, in der Sie aus irgendeinem Grund nicht mehr Motorrad gefahren sind? „Ja, ich würde sagen die frühen 80er bis ins Jahr 1991, als ich zu KTM kam. In dieser Zeit war ich als Unternehmer sehr beschäftigt. Manchmal denke ich, dass eine gewisse Distanz hilfreich ist, dann bekommt man ein klareres Bild ohne Emotionen. Ich habe nach wie vor nicht viel Zeit, da die Verantwortungen gegenüber der Firma, den Angestellten, den Rennaktivitäten und die strategischen Entscheidungen viel Zeit in Anspruch nehmen; aber es macht großen Spaß.“

Ryan Dungey & Stefan Pierer KTM 450 SX-F East Rutherford (USA) 2016

Ryan Dungey & Stefan Pierer KTM 450 SX-F East Rutherford (USA) 2016


Bestand jemals die Gefahr, dass das Hobby zum Beruf wird und die Leidenschaft verloren geht? „Nein, sie wächst eher. Als ich mit KTM in den frühen 90ern anfing, war es mehr ein Umstrukturierungsprojekt, die Firma wieder nach vorne zu bringen und sie dann für einen guten Preis zu verkaufen, aber dann haben mich viele Dinge, vor allem der Motorsport, überzeugt, in KTM zu investieren. Es ist sehr emotional und ich bin überzeugt, dass es damals der richtige Weg war und seitdem ist KTM Teil meines Lebens.“

Wenn Sie nichts mit KTM zu tun hätten und sich als Weihnachtsgeschenk ein Bike aus der breiten Modellpalette aussuchen könnten, welches würden Sie wählen? „Als Weihnachtsgeschenk? Das wäre ganz klar die 1290 SUPER DUKE R. Das Design und die Leistung des Bikes sind besonders. Es ist eines der Topbikes der letzten 25 Jahre. Ich denke, es hat unter den Naked Bikes ein neues Segment definiert und ich glaube, viele Kunden sind sehr stolz ein solches Bike zu haben.“

Stefan Pierer & KTM 1290 SUPER DUKE R

Stefan Pierer & KTM 1290 SUPER DUKE R


Fotos: KTM

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