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KTM LC4 – Ein erfolgreicher Single

Wir feiern einen kultigen Motor, der für so viele KTM-Rennerfolge verantwortlich ist und das Herzstück der legendärsten Sportmotorräder der Marke bildet. Die KTM 690 SMC R und die KTM 690 ENDURO R des Modelljahres 2019 teilen sich die jüngste Version des KTM LC4-Motors, des leistungsstärksten in Serie produzierten 1-Zylinder-Motors der Welt.

Diese beiden aufregenden und sehr unterschiedlichen neuen Motorräder profitieren von einem Motor, der während seiner 32-jährigen Produktionszeit ständig verbessert wurde, was man bei jeder kraftvollen Umdrehung seiner Kurbelwelle deutlich spürt. Dank dieser Entwicklungen, intelligentem Design und der Vorteile von Ride-by-Wire und elektronischer Kraftstoffeinspritzung hat der LC4 das Stigma längst abgeschüttelt, dass großvolumige 1-Zylinder-Motoren ihre Kraft zu aggressiv abliefern und für den täglichen Gebrauch zu stark vibrieren. Die Motorräder mit dem neuesten LC4-Motor sind vielseitig und bieten ein einzigartiges Fahrerlebnis. Der Weg dahin war jedoch oft steinig.

KTM LC4 2019 © Sebas Romero


DIE URSPRÜNGE In den 1980ern machte sich KTM im Offroad-Rennsport langsam, aber sicher einen Namen. 1985 feierte Heinz Kinigadner auf einer 2-Takt-Maschine in der 250ccm-Motocross-Klasse seinen zweiten Weltmeistertitel. Im selben Jahr rollte der 100.000ste KTM-Motor vom Band – ein neu entwickelter 2-Takt-Motor mit 500ccm Hubraum und 60 PS. Die Hersteller gerieten aber zunehmend unter Druck, die Abgasemissionen und Geräuschpegel ihrer Maschinen zu reduzieren. Das bedrohte die super-leichten 2-Takt-Motoren, die in den 1960ern die 4-Takter hinter sich gelassen hatten.

Nachdem die KTM-Techniker sich bereits an den Geschmack von Champagner gewöhnt hatten, vergeudeten sie keine Zeit und entwickelten, um an der Spitze zu bleiben, einen ultra-modernen 4-Takt-Motor auf Basis des 500ccm-2-Takters. Die Philosophie hinter diesem neuen, flüssigkeitsgekühlten 4-Takt-1-Zylinder, der als LC4 in die Geschichte eingehen sollte, lautete „nur das Wesentliche – und das vom Feinsten“.

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit war der LC4 serienreif und kam 1987 in einer 553ccm-Version als 600 GS LC4 im Enduro-Sport zum Einsatz. Sportliche Lorbeeren wurden praktisch aus dem Stand mit dem Gewinn der Enduro-Europameisterschaften in der großen Klasse durch Gianangelo Croci und in der 350ccm-Klasse durch Joachim Sauer – inzwischen Senior Product Manager Offroad bei KTM – errungen.

DIE ENTWICKLUNG Ganz in der Tradition der READY TO RACE-Marke, erwies sich der Werkseinsatz des Motors als seine perfekte Entwicklungsumgebung. Joachim Sauer war nämlich gleichzeitig Entwicklungsingenieur bei KTM und konnte die Erfahrungen vom Rennwochenende montags gleich in entsprechende Verbesserungen umsetzen.

KTM legte es darauf an, nicht nur hochgezüchtete Wettbewerbsmaschinen zu produzieren. Stattdessen sollte das Konzept auch alltagstauglich sein und sowohl im schweren Gelände als auch auf der Fahrt zum Brötchenholen überzeugen. Doch es war noch ein weiter Weg, bis der LC4-Motor seine uneingeschränkte Alltagstauglichkeit erreichte.

KTM LC4 2019 © Sebas Romero


EIN NEUER ABSCHNITT Als KTM 1992 unter der Leitung von Stefan Pierer als KTM Sportmotorcycle GmbH neu gegründet wurde, wurde die Entwicklung des LC4-Motors angekurbelt, um als Basis für eine neue Generation von Motorrädern zu dienen. Im Sinne der ursprünglichen Philosophie wurde alles weggelassen, was nicht unbedingt gebraucht wurde. Selbst auf Elektrostartersystem oder Ausgleichswelle mussten die Käufer anfangs verzichten. Die Enduro-Weltmeistertitel durch Mario Rinaldi, Gio Sala oder Fabio Farioli trugen aber ganz wesentlich zur Popularität des LC4-Motors bei. Als Nächstes sollte der Motor auf den Asphalt losgelassen werden …

Für die IFMA des Jahres 1992 in Köln nahmen sich die KTM-Techniker und Gerald Kiska (von KISKA Design) die 553ccm-Enduro vor, krempelten das Fahrwerk um, bauten 17-Zoll-Räder ein und bohrten den LC4-Motor auf 598ccm auf. Das als ‚Fun Bike‘ titulierte ‚DUKE‘-Konzept war gleichzeitig die erste KTM mit der typischen orangen Farbgebung sowie ein waschechtes Supermoto-Bike für die Straße ohne einen Funken Alltagstauglichkeit. Die Reaktionen fielen so aus, wie KTM es sich erhofft hatte, und so begann man, das Konzept zur Serienreife zu bringen.

Die KTM 620 DUKE stand im Jahr 1994 bei den Händlern und bot Supermoto für jedermann: wahnwitzige Schräglagen, gigantische Wheelies und Torheit in Reinkultur. Vor allem aber zementierte dieses Bike Orange als offiziellen Farbton und Image für KTM auf der Straße.

DIE VERFEINERUNG Die Entwicklung des LC4-Motors ging weiter und brachte verschiedene Hubraumvarianten für Offroad und Straße hervor. 1996 bekam die hubraumstärkste Version, die zuerst in der DUKE I des Jahres 1994 verwendet worden war, ein Elektrostartersystem verpasst und im Laufe der Jahre wurde der Hubraum weiter vergrößert und die Alltagstauglichkeit und Kultiviertheit dank besserer Komponenten und technischer Errungenschaften verbessert. Modelle mit 640, 660 und 690ccm Hubraum wurden vorgestellt und im Jahr 1997 läutete die KTM 620 ADVENTURE den Siegeszug der ADVENTURE-Baureihe ein.

In den 1990er-Jahren errangen KTM-Maschinen mit LC4-Motor mit Heinz Kinigadner am Lenker Sonderprüfungs-Bestzeiten bei der Rallye Dakar – wahrscheinlich dem für Mensch und Maschine härtesten Rennen der Welt. Im Jahr 2001 begann die KTM LC4 660 R in den Händen von Fabrizio Meoni die KTM-Siegesserie bei der Dakar, die bereits 18 Jahre lang andauert. Dieses Motorrad gewann 5 Mal die Gesamtwertung und errang 16 von 18 möglichen Podestplätzen, bis Regeländerungen das Hubraumlimit auf 450ccm reduzierten.

Obwohl es keine Rennklasse mehr gibt, in der der LC4-Motor weiterentwickelt werden könnte, wird KTM nicht müde, diesen legendären 1-Zylinder für den Offroad- und Straßen-Einsatz weiter zu verfeinern. Heute formt der bärenstarke 1-Zylinder-Motor das Herz der KTM 690 SMC R, der KTM 690 ENDURO R und der KTM 690 DUKE und zementiert in der aktuellen Version seine Position als weltweit stärkster in Serie gebauter 1-Zylinder auf dem neuesten Stand der Technik.

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KTM 690 ENDURO R MY2019 © Sebas Romero

Fotos: Sebas Romero | KISKA

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