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Interview des Monats: Go fasta, eat pasta – Der Speiseplan eines Champions

Der achtfache FIM Motocross-Weltmeister Tony Cairoli gewinnt auch noch im Alter von 31 Jahren Grand-Prix-Rennen und schlägt Konkurrenten, die zehn Jahre jünger sind. Wir fragten den Sizilianer, welcher ‘Treibstoff’ ihn seit so langer Zeit zu einem Toppiloten in einer der härtesten Motorsport-Serien macht …

Wenn man sich durch die Social Media-Kanäle des Red Bull KTM Factory Racing Piloten klickt, liest man häufig den Hashtag: #gofastaeatpasta. „Ich liebe die mediterrane Ernährung und daran wird sich auch nichts ändern“, erzählt uns der sechsfache MXGP-Weltmeister mit einem Lächeln, als wir uns nach dem Essen – natürlich mit einem Teller Pasta – mit ihm in der KTM-Hospitality beim GP von Europa im niederländischen Valkenswaard treffen. Obwohl Tony mit seiner niederländischen Verlobten Jill während der Rennsaison viel Zeit in Belgien verbringt, bleibt er seinem Lieblingsessen treu. „Es ist so was wie mein Treibstoff“, sagt er in Bezug auf den Hashtag. „Rom ist berühmt für Carbonara, meine liebste Pasta, die ich bestimmt drei- oder viermal pro Woche esse! Aber ich mag viele verschiedene Pastagerichte. Ich glaube, es ist ein Vorteil, dass wir für ein italienisches Team fahren. In anderen Ländern isst man viel Gebratenes, während die mediterrane Ernährung von Natur aus ziemlich gesund ist mit vielen gegrillten Gerichten und Fisch. Besonders gerne esse ich Vollkornpasta, da sie leichter zu verdauen ist.”

Tony Cairoli (ITA) & Fans Pietramurata (ITA) 2017


Während eines Grand-Prix-Wochenendes bestreiten die Piloten zwei Trainingssessions, eine 20 Minuten und zwei Runden dauernde Qualifikation, ein 20-minütiges Warm-Up und zu guter Letzt zwei Rennläufe à 30 Minuten und zwei Runden auf verschiedensten Strecken: auf staubig und festem, holprig und zerfurchtem Untergrund, in tiefem Sand oder in dickem, kräftezehrenden Schlamm. In nur einem Rennen verbrennen die Athleten bis zu und meist sogar mehr als die Hälfte ihres Kohlenhydrat-Energiespeichers; um beim zweiten Lauf in weniger als zwei Stunden nach dem ersten wieder konkurrenzfähig zu sein, muss der Speicher schnell wieder aufgefüllt werden. Bedenkt man den zusätzlichen Energiebedarf für Trainingseinheiten und Tests, dann müssen diese Athleten – im wahrsten Sinne des Wortes – das Essen tellerweise in sich hinein schaufeln, um ‘den Motor am Laufen zu halten’.

Tony Cairoli (ITA) KTM 450 SX-F Pietramurata (ITA) 2017


Was kommt also bei der Nummer 222, die ihre Kohlenhydrat-Zufuhr in der Woche vor dem Grand Prix nochmals steigert, auf den Teller, um am Samstag und Sonntag ihre Bestleistung abrufen zu können?

„Morgens trinke ich einen Cappuccino“, erzählt er. „… aber ich brauche auch ein paar Proteine, also esse ich ein paar Eier – in dem Punkt bin ich ein bisschen Englisch! Für die Rennen aber auch für das Training brauche ich ein gewisses Maß an Energie.“

„Gegen 10 Uhr gibt es eine Kleinigkeit, zum Beispiel ein Toast mit Schinken und Käse, und mittags gibt es so gut wie immer Pasta, aber ich bin nicht anspruchsvoll, entweder gibt es Tomatensauce oder Pesto. So sieht normalerweise mein Speiseplan an einem Rennwochenende aus. Zur Abwechslung gibt es manchmal auch Reis mit Hühnchen oder einfach Pasta mit Öl, da bin ich nicht so streng.“

Als Teenager verließ Tony seine Heimat Sizilien, um auf das italienische Festland zu ziehen und dort Rennen zu bestreiten. Dieser Schritt sorgte auch dafür, dass er in vielerlei Hinsicht schnell erwachsen werden musste. Sich selbst zu versorgen, war eine Fähigkeit, die er schnell erlernen musste. „Als ich von Sizilien in den Norden Italiens zog, musste ich bereits für ich selbst kochen“, erzählt er. „Ich lebte allein, also musste ich es mir selbst beibringen. Ich koche gerne … der einzige Nachteil ist, dass es Zeit braucht! Wenn ich zu Hause oder im Urlaub bin, dann stehe ich gerne in der Küche. Viele sizilianische Gerichte sind sehr schwer und sind nicht das Beste für den Renntag, daher probiere ich die alten Rezepte meist unter der Woche aus; dadurch versuche ich auch, meine Wurzeln zu bewahren.“

Tony Cairoli (ITA) & Pauls Jonass (LAT) Leon (MEX) 2017


Cairoli ist mittlerweile 31 Jahre alt und gewinnt immer noch Grand-Prix-Rennen auf höchstem Niveau und besiegt Rivalen, die elf, neun, sieben und sechs Jahre jünger sind als er. Er erzählt uns, dass er sich auch mit der wissenschaftlichen Seite der Ernährung befasst, hat aber über die Jahre keine radikalen Veränderungen vorgenommen – schon vor zehn Jahren erzählte er mir, dass Carbonara sein Lieblingsgericht sei. „Ich habe ein paar Tests gemacht, um herauszufinden, was für mich am Einfachsten zu verdauen ist; der letzte Test ist aber bereits drei Jahre her, ich mache das also nicht sehr häufig, denn insgesamt habe ich für mich die besten Lebensmittelgruppen gefunden. Einige liefern mir mehr Energie als andere, aber keine bereiten mir Probleme. Ab und zu trinke ich Proteinshakes und nehme Aminosäuren und Multivitamine zu mir.“

Als MXGP-Weltmeister braucht Tony den richtigen ‘Input’, um den bestmöglichen ‘Output’ liefern zu können und obwohl Cairoli ein unermüdlicher Arbeiter ist, scheint er keine großen Kompromisse eingehen zu müssen, um in Bestform zu sein. Wenn die Dinge gut laufen – so wie es bisher bei drei Rennen der Saison 2017 der Fall war – dann gönnt er sich Sonntagabends einen kleinen Leckerbissen. „Ich liebe Schokolade“, gesteht er. „Wenn ich ein gutes Rennen habe, dann belohne ich mich und esse auch schon mal ein paar mehr, aber ich habe Glück, dass Pasta mein Lieblingsessen und gleichzeitig gut für meinen Sport ist.“

#gofastaeatpasta: Das Rezept fürs Schnellsein ist offensichtlich ganz einfach.

Tony Cairoli (ITA) Neuquen (ARG) 2017


Fotos: KTM

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