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Entwicklungsgespräch über die KTM FREERIDE E

Ein Gespräch über die Entwicklung der FREERIDE E und KTMs Programm zur Elektromobilität mit F&E-Mitarbeiterin Nina Deitermann.


Nina Deitermann hatte eine führende Rolle in der Entwicklung der FREERIDE E seit sie 2011 bei KTM anfing. Sie studierte Maschinenbau und Industriedesign in Emden in Deutschland und schon während des Studiums war sie in ein Projekt involviert, bei dem es darum ging, aus einer handelsüblichen Motocross ein Elektro-Motorrad zu entwickeln – was gut zu dem Projekt passte, das KTM zur selben Zeit startete.

Nina hatte aber schon lange davor viel mit Motorrädern zu tun, wie sie schildert: „Mein Großvater lebte bei uns als ich aufgewachsen bin und er beschäftigte sich in meiner Kindheit sehr viel mit Motorrädern. Es ist großartig, dass ich nach dem Studium das Gelernte im Beruf jetzt an Motorrädern umsetzen kann.“

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Chassis KTM FREERIDE E

Obwohl der Projektstart schon vor ihrer Ankunft stattgefunden hat, war Nina in den letzten Jahren laufend in die Kernentwicklung involviert, sei es in Designfragen, bei Batterietests oder vielen anderen Dingen. Aktuell stehen bei ihr aber Konzepte und Ideen für eventuell zukünftige Projekte zur Elektromobilität von KTM im Fokus.

Nina erklärt weiter, dass ihre Arbeit sich nicht auf ein bestimmtes Teil am Bike konzentrierte, und dass das ursprüngliche Design eigentlich auf eine Luftkühlung ausgelegt war. Beim Testen hat man aber herausgefunden, dass es bei über 35 Grad Außentemperatur oder extremer Belastung durch Profis zur Überhitzung kommen kann. Der Umstieg auf eine Wasserkühlung beschäftigte sie lange, ebenso wie die Verbesserung der Kapazität und Lebensdauer der einzelnen Zellen des Akkupacks.

„Es war von Anfang an geplant, die FREERIDE E als geräuschloses Bike auch für Einsteiger zu entwickeln, weshalb auch die Sitzhöhe etwas niedriger ist als bei einem vergleichbaren Motorrad mit Verbrennungsmotor. Die FREERIDE E war mein erstes großes Projekt bei KTM, weshalb ich auch leicht nervös bin wie das Bike jetzt bei der endgültigen Serieneinführung im Markt ankommt. Es ist spannend zu beobachten, wie das Bike jetzt in den Verkauf rollt, und ich hoffe es wird ein Erfolg.“

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KTM FREERIDE E-SX (Motocross)

Die KTM E-Parks, die es mittlerweile in vielen Ländern Europas gibt, bieten die perfekte Möglichkeit, um mit der FREERIDE E die ersten Offroad-Meter zu erfahren. Das Feedback, das Nina von vielen Fahrern erfahren hat, war durchweg positiv. Die meisten Fahrer, auch erfahrenere Piloten, waren vor allem von der Leistung des Motors sehr überrascht.

„Die Leute erwarten meistens eher ein Spielzeug als ein ausgewachsenes Motorrad. Das Bike ist tatsächlich sehr stark, und es macht viel Spaß damit zu fahren. Der nächste Schritt wird meiner Meinung nach jetzt die Verlängerung der Akkulaufzeit sein, ohne am Design des Motorrades groß was zu verändern. Ich bin zuversichtlich, dass wir in naher Zukunft mehr Zellen verbauen.“

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Charging KTM FREERIDE E

Nina fährt mit der FREERIDE E selbst auch Rennen, u.a. einige in der deutschen Cross-Country-Meisterschaft. Nach ihren Erfahrungen, benötigt es meistens mehrere Akkupacks, um über die Runden zu kommen, was der Endverbraucher wahrscheinlich eher nicht haben wird. Mit dem Bike braucht man sich aber keinenfalls verstecken.

„Mit dem Motorrad Rennen zu fahren, ist für uns der beste Test, viele Holeshots sind garantiert. Im Moment verliert man noch die meiste Zeit beim Akkuwechseln, lange Enduro-Rennen sind zu Beginn eher nicht ratsam, aber die Basis ist jetzt schon da. Das Bike steckt harte Belastungen sehr gut weg und es ist jedes Mal eine Überraschung für die Konkurrenz, wenn ich jemanden ohne viel Lärm überhole. Es ist gut zu sehen, dass die FREERIDE E schon auf so hohem Level gegen Verbrenner bestehen kann. Sie fährt sich einfach leichter, schon aufgrund des geringeren Gewichtes und der konstant vorhandenen und einsetzenden Leistung.“

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Playground KTM FREERIDE E-XC

Nina hofft, dass auch anderer Hersteller ähnliche Motorräder auf den Markt bringen und sich der FREERIDE E stellen. Wenn sie ein Erfolg ist, wird das bestimmt der Fall sein. Es gibt viel Raum für Wachstum im Segment, jedoch ist es am Anfang immer schwer abzuschätzen, wie sich die Verkaufszahlen entwickeln. Die Hauptintention ist, dass das Bike in Gebieten zum Einsatz kommt, wo konventionelle Motorräder nicht mehr erlaubt sind, die Technologie wird sich aber stetig weiterentwickeln.

„Es ist gut bei KTM zu arbeiten und dieses Projekt macht nachwievor sehr viel Spaß, vor allem da die Firma immer in Bewegung ist. Man lernt täglich Neues, und es gibt immer etwas voranzutreiben. Es ist fordernd und aufregend zugleich und man weiß oft nicht, in welche Richtung es als nächstes geht. Die Firma und speziell die Mitarbeiter in der Forschung & Entwicklung sind alle motorradverrückt, sie wären nicht so glücklich, würden sie für einen Waschmaschinenhersteller oder eine andere Firma arbeiten. Motorräder sind das Herz und die Seele der Firma. Es ist im Blut und ich mag es ebenso.“


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KTM FREERIDE E Ambassador Danny MacAskill

Fotos: www.ktmimages.com (Sebas Romero)

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