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EINMAL UM DIE WELT AUF EINER KTM 500 EXC

Als sich Aaron Steinmann im Jahr 2016 seine KTM 500 EXC abholte, um damit vom unteren Ende von Neuseeland zum oberen zu fahren, hatte er keine Ahnung, wohin ihn seine Reise führen würde. Drei Jahre später hat der sympathische Kiwi mehr als 125.000 km abgespult und 50 Länder auf allen sechs Kontinenten durchquert.

@braaping_kiwi


Während die meisten Motorrad-Abenteurer den zusätzlichen Komfort und den größere Kraftstofftankinhalt von KTMs 2-Zylinder-ADVENTURE-Bikes bevorzugen, geht es für Fahrer wie Aaron um den Mordsspaß, den nur ein leichtes und hochkompetentes Offroad-Bike bieten kann. Der KTM Blog traf sich mit dem Extrem-Weltreisenden, nachdem er die relativ unbekannten Wege von Korea erkundet hatte.

„Ich habe meine Liebe für das Motorradfahren vor ein paar Jahren während eines Kurzaufenthalt in Laos entdeckt. Anstatt mich zusammen mit anderen Rucksacktouristen in einen Kleinbus zu zwängen, lieh ich mir ein Motorrad und erkundete die Gegend auf eigene Faust. Ich habe es schon immer genossen, alleine zu reisen, und ein Motorrad war das perfekte Werkzeug dafür.“

Nachdem er sich bei seiner ersten Reise nach Südostasien mit dem Virus des Abenteuer-Fahrens angesteckt hatte, begann Aaron nach seiner Rückkehr nach Neuseeland damit, Pläne für seine erste große Reise zu schmieden.

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Warum eine KTM 500 EXC? „Ich hatte ein paar Jahre in Neuseeland gelebt und als ich mich entschloss, zurück nach Oregon in den Vereinigten Staaten zu ziehen, dachte ich, wie cool es wäre, mit dem Motorrad dahin zu fahren, anstatt noch einmal 12 Stunden in einem Flugzeug zu verbringen! Die nächste Frage war, welche Art von Motorrad ich verwenden würde …“

„Von Anfang an wollte ich etwas Leichtes, mit dem ich auch im Gelände vorwärtskommen würde, und das ich, selbst mit Beladung, leicht alleine würde aufrichten können. Ich wollte etwas mit genug Power, um die Sache interessant und unterhaltsam zu machen. Außerdem sollte mein Bike wartungsfreundlich sein – die 500er von KTM erfüllte all diese Voraussetzungen perfekt. Ihr Design hatte mir ohnehin immer schon gefallen – die Wahl fiel mir also nicht besonders schwer.“

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Aaron holte sich seine KTM 500 EXC Ende 2015 von seinem örtlichen Händler ab und begann mit der Planung seiner bevorstehenden Reise. „Ich kaufte das Bike in einem Geschäft. Damals zog ich gar keine anderen Optionen in Betracht. Als der Verkäufer hörte, was ich vorhatte, empfahl er mir eine KTM 690 ENDURO R – ich aber bestand auf der KTM 500 EXC. Er hielt mich wohl für durchgeknallt, wollte mich aber auch nicht ziehen lassen, ohne mir etwas zu verkaufen.“

„Irgendwann hatte ich mir Folgendes vorgenommen: Wenn ich lange genug an einem Ort wohnen würde, um einen Hund zu haben, würde ich ihn Tess nennen – nach dem Arbeitshund, den mein Onkel hatte, als ich noch klein war. Ein paar Wochen nach meiner Abfahrt beschloss ich, mein Bike Tess zu nennen.“

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Reisen mit leichtem Gepäck … Schon bald wurde Aaron klar, dass er wohl mit leichtem Gepäck würde reisen müssen … „Am Anfang meiner Reise war der Plan, von der Südinsel aus Neuseeland bis zu seiner Nordinsel zu durchqueren. : Beim Packen war es schwierig, zu entscheiden, was ich brauchen würde und was nicht. Seitdem ist diese Auswahl ein permanenter Prozess – es hängt immer davon ab, welches Land ich gerade durchquere und was für ein Wetter mich höchstwahrscheinlich erwartet.“

„Als ich beispielsweise entschied, alleine auf den berühmten, an der Grenze zwischen Bolivien und Chile gelegenen Sairecabur-Vulkan auf über 5.500 m zu fahren, ließ ich etwas Gepäck in San Pedro de Atacama zurück und fuhr nur für einen Tag rauf. Das war eines der Highlights meiner bisherigen Reise. Die Aussicht war einzigartig und einer der wenigen Augenblicke, in denen ich mich wirklich allein fühlte. Außerdem machte das Bike in diesem extremen Terrain wahnsinnig viel Spaß.“

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Jedes Ende ist ein neuer Anfang. Ein paar Monate nachdem er sich durch Neuseeland und in Richtung der USA aufgemacht hatte, erreichte Aaron das Ende des ersten Teils seiner Reise. Damals wusste der Fahrer der KTM 500 EXC noch nicht, dass dies erst der Anfang eines größeren Abenteuers sein würde.

„In Portland/Oregon anzukommen, war ein weiterer Höhepunkt. An diesem Punkt dachte ich, dass ich mit dem Herumreisen erstmal aufhören würde, da ich mein Ziel ja erreicht hatte. Das fühlte sich großartig an – besonders, nachdem mir so viele Leute gesagt hatten, dass ich das ‚falsche‘ Bike gewählt hatte. Schnell stellte sich der ‚Forrest Gump-Effect‘ ein und ich war wieder auf der Straße, dieses Mal in Richtung Norden.“

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„Deadhorse in North Slope Borough in Alaska zu erreichen, war ein weiterer Höhepunkt. Ich hatte es bis zur nördlichsten Spitze des nordamerikanischen Kontinents geschafft und das fühlte sich verdammt gut an. Es war ein fantastischer Tag und ich wollte die Nacht nicht dort verbringen, also fuhr ich gleich wieder zurück – am Ende hatte ich an einem Tag 720 km zurückgelegt. Die Bedingungen waren gut und es war einfach ein toller Tag auf dem Bike.“

„An diesem Tag lieferte ich mir sozusagen ein Rennen mit ein paar Jungs auf fetten Reisemotorrädern und auf dem Weg zurück nach Coldfoot überholte ich sie ein paar Mal. Ich hielt mehrmals an, um Fotos zu schießen – das gab ihnen die Chance, an mir vorbeizuziehen. Danach schloss ich aber wieder zu ihnen auf und überholte sie wieder. Am Abend saß ich mit einem Bier in einer Bar in Coldfoot, als diese Gruppe durch die Tür kam. Einer sagte: „Wer fährt die KTM da draußen?“ Ich hob langsam meine Hand, sie kamen zu mir rüber, schüttelten sie und wir plauderten den ganzen Abend.“

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Von Alaska in die Sahara. In drei Jahren des Reisens um die Welt mit seiner KTM 500 EXC konnte Aaron an einigen der coolsten Plätze der Welt eine Fülle von Erfahrungen sammeln. „Über die letzte Anhöhe zu kommen und erstmals die Sahara zu sehen, war ein weiterer ehrfurchtgebietender Augenblick auf meiner Reise. Der Ausblick ist einfach gigantisch und ich war auf dem perfekten Bike, um in den Dünen Spaß zu haben. Es war einer dieser Momente, von denen man schon immer geträumt hat.“

„Zu dieser Zeit war meine Zeit in der Sahara ein weiterer kleiner Meilenstein. Ich wollte nicht mehr weiter in Richtung Süden fahren, bevor ich nach Europa zurückkehren und mich auf den Weg durch Asien machen würde. Mental war es also so etwas wie eine Halbzeit. Später sollte ich herausfinden, dass ich nicht einmal annähernd die Hälfte geschafft hatte.“

„Jahre zuvor hatte ich Geschichten von Leuten gelesen, die nach Magadan gefahren waren und die Tiefen Russlands durchquert hatten. Ich brauchte dafür ein Jahr länger, als ich ursprünglich geplant hatte, am Ende schaffte ich es aber. Nachdem ich Marokko verlassen hatte, wollte ich eigentlich nach Wladiwostok fahren. Ich hatte die Wahl zwischen vielen Tagen ohne Pause, um es durch Russland zu schaffen, und den Plan komplett über den Haufen zu werfen, und alles so zu nehmen, wie es kommen würde.“

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„Ich entschied mich für Letzteres, was es mir ermöglichte, den Trans European Trail durch die Länder des Balkans zu nehmen. Über den Winter lagerte ich mein Bike in Georgien. Ich nahm den Motor heraus und zerlegte ihn komplett. Ich nahm ihn dann mit zurück in die USA, um ihn dort neu aufbauen zu lassen. Einige Monate später flog ich zurück nach Georgien, um meine Reise fortzusetzen. Während meines Aufenthalts in Europa machte ich auch einen Abstecher zur KTM-Zentrale in Mattighofen. Auf der Straße vor der Fabrik einen Wheelie hinzulegen, war etwas ganz Besonderes. Es fühlte sich so an, als ob mein Bike nach Hause gekommen wäre.“

„Es gibt viele Momente, an die ich mich gerne erinnere … Beim Campen in Kappadokien vom Geräusch eines Heißluftballons geweckt zu werden und mit Dakar-Fahrer Serkan Özdemir in der Türkei zu fahren – das waren schon verdammt coole Augenblicke. Auch in der Mongolei zu fahren, war einfach großartig. Dieses Land ist so groß und abgelegen, und du kannst dir deine eigenen Wege durch die Steppe bahnen. Dort zu fahren war einfach fantastisch – das Essen und die Toiletten weniger.“

„Natürlich habe ich unterwegs auch viele interessante Menschen kennengelernt. Viele Leute kontaktierten mich und boten mir an, bei ihnen zu übernachten, wenn ich in der Gegend wäre. Und dann sind da die ganzen Leute, die mich auf Campingplätzen ansprechen und mir ein Bier geben, weil ich auf meinem Bike keines mitnehmen kann. Ich liebe es, den Reisegeschichten anderer zu lauschen.“

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Die Grundlagen der Motorradwartung Um eine problemlose Reise zu garantieren, weiß Aaron, wie er sich um sein Bike kümmern muss. „Die meisten Fragen, die mir gestellt werden, haben mit den Ölwechseln zu tun. Ich wechsle das Öl oft. Am Anfang mindestens alle 1.500 bis 2.000 km, mittlerweile fahre ich aber bis zu 3.000 km, ohne mir Sorgen zu machen. Bei meinem Bike geht das so schnell und einfach, dass ich mir nicht erklären kann, warum manche Leute so ein Aufhebens darum machen. Außerdem kann ich im Zuge des Ölwechsels gleich kontrollieren, ob alles andere in Ordnung ist.“

„Auf Hochgeschwindigkeitsetappen in der Wüste oder wenn ich im Rennmodus fahre, tausche ich das Öl noch öfter. Andererseits zögere ich sie hinaus, wenn ich gemächlich durch Länder wie Usbekistan oder Teile Sibiriens fahre, wo ich 500 km am Tag zurücklege und das Bike bei 110 km/h dahincruist. Dann habe ich immer zwei vorgeölte Luftfilter dabei. Außerdem ein Kettenritzel, das ich tausche, sobald die Zähne Abnutzungserscheinungen zeigen. Normalerweise ist das so um die 5.000- oder 6.000-km-Marke und hilft, die Lebensdauer von Kette und Kettenrad zu verlängern. Ich verwende ein Supersprox-Stealth-Kettenrad aus den KTM PowerParts – das hält extrem lange.“

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„Außerdem führe ich vorbeugende Wartungstätigkeiten durch. Bevor ich Marokko erreichte, tauschte ich die Kupplung, weil ich erwartete, viel im Sand unterwegs zu sein. Ich tat das neben meinem Zelt und es war wirklich nicht schwer. Meinen ersten Kolben tauschte ich nach 870 Betriebsstunden, da es erforderlich war. Den zweiten nach etwa 1.300 Stunden, obwohl es nicht notwendig war. Ich tauschte ihn aus, da ich gerade dabei war, auch die Kurbelwelle zu tauschen, und ich dachte, dass ich das gleich mitmachen könnte. Zu jener Zeit hatte ich gerade Georgien verlassen und war auf dem Weg durch die Mongolei und Sibirien und da war es einfach beruhigend, zu wissen, dass alles in Ordnung war.  Wenn du alleine in solchen Gegenden unterwegs bist, ist es enorm wichtig, sich darüber keine Sorgen machen zu müssen.“

Bei Redaktionsschluss war Aaron in Port Klang, Malaysia, und wartete auf die Ankunft seines Bikes. Bald wird der Motorrad-Extrem-Abenteurer wieder im Sattel sitzen und seine Reise zu jenem Punkt fortsetzen, wo vor drei Jahren alles begonnen hatte: dem unteren Ende von Neuseeland.

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Folge Aaron auf Instagram, um über seine Abenteuer auf dem Laufenden zu bleiben: @braaping_kiwi

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