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Eine neue Herausforderung – so bereitet sich Josep Garcia auf die World Enduro Super Series vor

Es scheint so, als wäre es gestern gewesen, dass Red Bull KTM-Werksfahrer Josep Garcia sich zum Enduro2-Weltmeister gekürt hat. Während KTM sich zunehmend auf die neu aufgestellte World Enduro Super Series konzentriert, ist der junge Spanier dabei, sich intensiv auf die für 2018 völlig neue Herausforderung vorzubereiten.

Joseps Speed auf zwei Rädern ist unbestritten. Seine ganze Familie fährt Motorrad und so überrascht es nicht, dass der 21-Jährige lachend festhält, er habe ‚Benzin im Blut‘. Er wuchs praktisch im Sattel diverser Motocross-Rennmotorräder auf und verbrachte eine Saison im Red Bull MotoGP Rookies Cup, bevor er sich ganz dem Enduro-Sport verschrieb.

Josep Garcia (ESP) © Marcin Kin


Vor seinem ersten Weltmeistertitel im Jahr 2017 gewann Josep mehrere spanische Meisterschaften. Nun nimmt der lebenslustige Spanier eine neue Herausforderung in Angriff: Der erste Lauf zur World Enduro Super Series beginnt am 11. Mai mit dem Extreme XL Lagares. Die aus sieben Rennen bestehende WESS beinhaltet Hard Enduro, Classic Enduro, Cross-Country und Beach Races. Der KTM BLOG hat mit Josep gesprochen, um herauszufinden, wie er dieses neue Abenteuer angehen will.

Bis zum ersten Lauf der World Enduro Super Series sind es nur noch ein paar Wochen. Wie fühlst du dich vor dem ersten Rennen, dem Extreme XL Lagares? „Ich fühle mich ausgezeichnet. Ich habe mich intensiv auf die WESS vorbereitet, insbesondere auf der KTM 300 EXC TPI, auf der ich mich richtig wohlfühle. Ich bin mir nicht sicher, wie das Rennen ausgehen wird, bin aber bereit, mein Bestes zu geben!“

Mit so vielen verschiedenen Veranstaltungstypen unterscheidet sich die WESS deutlich von der EnduroGP-Meisterschaft. Inwiefern musstest du dein Training umstellen, um dich auf diese Serie vorzubereiten? „Im Winter habe ich mich stark auf die extremen Hard Enduro-Bewerbe konzentriert. Ich weiß, dass mein Pace bei den klassischen Enduro-Rennen kein Problem darstellen wird, arbeite aber momentan daran, meinen Speed in technisch anspruchsvollerem Terrain zu verbessern. Im Laufe der Saison wird sich das ganze Team den Kalender ansehen und sich speziell auf den nächsten Lauf vorbereiten, da es so viele verschiedene Veranstaltungstypen gibt – selbst die Hard Enduro-Events sind unverwechselbar.

Da ich auch in der spanischen Enduro-Meisterschaft antreten werde, werde ich im Laufe des Jahres auch die KTM 250 EXC-F mit 4-Takt-Motor fahren. Ich möchte mein gutes Gefühl für dieses Bike nicht verlieren.“

Josep Garcia (ESP) © Marcin Kin


Du bist im Februar beim Bassella Race 1 Xtreme angetreten und als fünfter ins Ziel gekommen. Du hattest nur ein paar Minuten Rückstand auf den Sieger und einige Veteranen des Hard Enduro geschlagen. Wie hat dir diese Veranstaltung gefallen und hat sie dir geholfen, dich auf die bevorstehende WESS-Saison vorzubereiten? „Bassella war mein erstes Rennen auf der KTM 300 EXC TPI und war ein gutes Training für die Hard Enduro-Events der WESS. Wir haben bei diesem Rennen ein GPS eingesetzt und das hat mir richtig gut gefallen, besonders da es auch eine gute Vorbereitung auf das Red Bull Romaniacs Ende Juli darstellte.

Ich hatte einen guten Start und überholte sogar Alfredo. Leider traf ich einen Felsen und brach meinen Fußbremshebel, als wir in einen schnellen Abschnitt kamen. Danach wollte ich nicht mehr zu hart angreifen und riskieren, zu Sturz zu kommen. Also nahm ich etwas Speed raus. Ich war aber trotzdem glücklich mit meinem Resultat, da es zeigt, dass sich mein Training bezahlt gemacht hat.“

Du wirst bei den Hard Enduro-Events also eine KTM 300 EXC TPI mit 2-Takt-Motor an den Start bringen und bei den Classic Enduros die KTM 250 EXC-F mit 4-Takt-Motor einsetzen. Wie steht es um das Red Bull Knock Out Beach Race am Ende des Jahres? Wie wäre es, dort eine KTM 450 SX-F zu fahren? „Das Team und ich haben das noch gar nicht besprochen, daher bin ich mir nicht sicher, ob wir eine KTM 350 SX-F oder eine KTM 450 SX-F einsetzen werden. Beim Fahren auf Sand ist die Fitness des Fahrers ganz besonders wichtig, ebenso wie der Start – du musst gleich von Anfang an vorne dabei sein. Ich bin nicht allzu schwer, die KTM 350 SX-F könnte also reichen, wir werden aber kurz vor dem Event noch einige Testarbeit leisten.“

Josep Garcia (ESP) © Marcin Kin


Dein Speed und deine Motocross-Kenntnisse könnten dort von großem Vorteil sein. „Ja, ich mag Motocross-Rennen, das Red Bull Knock Out ist aber anders. Es findet auf tiefem Sand statt, was alles viel schwieriger macht. Ich glaube, dass Nathan Watson dort sehr stark sein wird und ich vor dem Rennen viel trainieren muss, um mich daran zu gewöhnen. In Katalonien, wo ich lebe, haben wir nicht viel tiefen Sand. Deshalb werde ich wohl nach Frankreich fahren, um dort im Sand zu trainieren.“

Das KTM-Enduro-Werksteam zählt jetzt fünf Köpfe. Du kennst Nathan aus deiner Zeit in der EnduroGP. Wie gut verstehst du dich mit den anderen im Team? „Wir haben ein wirklich gutes Team. Nathan ist ein großartiger Typ, aber auch Taddy, Jonny und Cody sind richtig nett – wir haben viel Spaß, wenn wir gemeinsam trainieren. Wir haben bereits eine gute Beziehung in der Gruppe aufgebaut und ich glaube, dass wir es genießen werden, während der Saison zusammen zu arbeiten und zu reisen.“

Nathan Watson (GBR), Jonny Walker (GBR) & Josep Garcia (ESP) © Marcin Kin


Konntest du dir von den anderen Teammitgliedern bereits etwas abschauen, schließlich sind sie alle in unterschiedlichen Bereichen stark? „Ja, klar. Wenn ich mit den Extreme-Fahrern trainiere, gebe ich immer besonders darauf acht, wie sie die verschiedenen Hindernisse angehen. Ich habe bereits so viel gelernt, es gibt aber Bereiche, in denen ich immer noch Verbesserungspotential habe. Sogar Taddy, Jonny und Cody verwenden alle verschiedene Techniken. Taddy ist richtig aggressiv, während Cody sehr groß ist und daher einen anderen Stil hat. Jonny ist eine Mischung aus den beiden. Er ist in den schnellen Abschnitten richtig gut, brilliert aber auch in den langsameren, technischen Abschnitten.“

Als Enduro2-Weltmeister weißt du genau, wie schnell du bei den Classic Enduro-Bewerben bist. Auf welche freust du dich aber am meisten – vielleicht auf etwas, das du noch nie vorher probiert hast? „Ich freue mich auf die Extreme-Rennen. Anfangs, weil ich sehen wollte, wo ich im Vergleich zu den Hard Enduro-Experten stehe. Ich kann es kaum erwarten, am Erzberg anzutreten, und das nicht nur wegen des Rennens, sondern auch wegen des gesamten Events – es kommen so viele Fans und es macht auf mich den Eindruck eines fantastischen Events. Natürlich freue ich mich auf Le Trèfle, weil ich Rennen auf Gras liebe und ich hoffe, dass das einer meiner stärksten Läufe sein wird.“

Josep Garcia (ESP) © Marcin Kin


Und wie sieht es mit dem Gotland Grand National aus? Dieses Cross-Country-Rennen endet ja normalerweise in einer Schlammschlacht. Freust du dich darauf auch? „Und wie! Gotland wird sehr interessant werden, nicht nur wegen der schlammigen Sektionen, sondern auch wegen der tausenden Menschen, die dort antreten werden – das wird sicher eine großartige Erfahrung. Auch auf dieses Rennen werden wir uns wieder speziell vorbereiten müssen.“

Noch eine letzte Frage: Das Punktesystem der WESS belohnt ja die Fahrer, die im Laufe der Serie die größte Konstanz beweisen. Bedeutet das, dass du an diese Meisterschaft anders herangehen wirst als etwa an die EnduroGP? Ein Ausfall in der WESS könnte das Ende deiner Titelaspirationen bedeuten. „Ich habe schon immer gesagt, dass der Sieger der WESS ein Fahrer sein wird, der bei allen Rennen ins Ziel kommt. Er muss nicht einmal eine Veranstaltung gewinnen, trotzdem ist es natürlich wichtig, eine gute Leistung abzuliefern. Solange du bei jedem Rennen Punkte machst, könnten vierte, fünfte oder sogar sechste Plätze reichen, um am Ende ganz oben zu stehen. Ich hoffe, dass ich bei meinen stärksten Rennen einige Top-Resultate erzielen kann und bei den anderen so viele Punkte wie möglich sammeln kann, damit ich eine Chance auf den Titel habe.“

Josep Garcia (ESP) © Marcin Kin


Die World Enduro Super Series beginnt mit dem Extreme XL Lagares in Portugal vom 11. bis zum 13. Mai.

Fotos: Marcin Kin

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