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Ein Cup in der Hölle

Die Nürburgring-Nordschleife ist eine der berühmtesten, wohl aber die berüchtigste Rennstrecke der Welt. Über 21 Kilometer ist sie lang, zusammen mit dem in den 1980er Jahren errichteten Grand-Prix-Kurs sind es über 24 Kilometer pro Runde. Just auf dieser außergewöhnlichsten aller Rennstrecken trägt eine Rennsportvereinigung namens VLN („Verein Langstrecke Nürburgring“) seit Jahrzehnten die größte Breitensport-Rennserie der Welt aus. Seit Mitte dieser Saison mit besonders spektakulärer Beteiligung, dem „KTM X-BOW CUP powered by MICHELIN“.

Um genau zu sein: Seit 1977 fährt die VLN auf der Nürburgring-Nordschleife. Unterschiedlichste Fahrer, vom Amateur bis zum Profi, treten auf unterschiedlichsten Fahrzeugen – vom serienmäßigen Tourenwagen bis zum reinrassigen Prototypen-Rennfahrzeug – in verschiedenen Klassen gegeneinander an. Die Rennen dauern vier beziehungsweise sechs Stunden und finden auf der Nordschleife in Verbindung mit der Sprintstrecke (Kurzanbindung) des Grand-Prix-Kurses statt, eine Rennrunde ist exakt 24,433 Kilometer lang. Der Ablauf der Rennen ist sehr kompakt, am Freitagnachmittag gibt es zumeist die Möglichkeit eines freiwilligen Trainings, das offizielle Training, das Qualifying und die Rennen finden am Samstag statt.

Die Nürburgring-Nordschleife gilt zu Recht als härteste Rennstrecke der Welt, den Beinamen „Grüne Hölle“ trägt sie nicht per Zufall. Mit der Bekanntgabe, den „KTM X-BOW CUP powered by MICHELIN“ auszuschreiben, brachte die KTM Sportcar GmbH nun aber einen gut sichtbaren, orangen Farbtupfer in die Eifel. Seit dem vierten VLN-Rennen Anfang Juli, kämpfen die ersten Teams um Siege und Punkte für die Gesamtwertung des Cups. In Zusammenarbeit mit Reifenpartner Michelin gibt es in den verschiedenen Wertungsklassen selbstverständlich etwas zu gewinnen: Vor allem für „Young Drivers“ (bis 25 Jahre) und „Gentleman“ (ab 40 Jahre), aber auch für die Gesamtsieger sind bei den insgesamt sechs Rennläufen sowie am Ende des Jahres attraktive Preise geplant!

Die Teilnahme am „KTM X-BOW CUP powered by MICHELIN“ erfordert eine internationale Lizenz sowie die Permit A, eine spezielle Berechtigung, um auf der Nürburgring-Nordschleife starten zu dürfen. Das hält die Teams aber nicht ab: Schon beim zweiten Rennlauf des Cups, der im Rahmen der VLN 5 ausgetragen wurde, waren nicht weniger als vier Teams am Start. Darunter so bekannte Namen wie Johannes und Ferdinand Stuck, die beiden Söhne der deutschen Rennfahrer-Legende Hans Joachim Stuck, die mit österreichischer Lizenz antreten. Sie führen den Cup nach mittlerweile drei Rennen an, drei weitere Rennen stehen noch aus. Ebenfalls mit dabei ist der Deutsche Arne Hoffmeister, der sich das Cockpit seines KTM X-BOW GT4 mit wechselnden „Co-Piloten“ teilt. Die deutsche Paarung Nils Jung/Florian Wolf sowie das deutsche Vater-Sohn-Duo Axel und Max Friedhoff sind die Teams drei und vier – weitere Starter werden eventuell noch in diesem Jahr erwartet.

Das Interesse ist jedenfalls groß, was nicht weiter wundert: Der KTM X-BOW GT4 ist mit rund 140.000 Euro (netto) Anschaffungskosten im Vergleich zum leistungsmäßig ähnlichen Mitbewerb äußerst günstig, hinzu kommen noch extrem niedrige Betriebskosten. Die Leistungsfähigkeit des Fahrzeugs stellten erst jüngst die Stuck-Brüder unter Beweis: Beim VLN 6-Rennen klassierten sich die Beiden auf dem herausragenden 15. Gesamtrang – in einem Starterfeld von knapp 160 Autos mit nicht weniger als 16 GT3-Fahrzeugen! KTM-Vorstand Hubert Trunkenpolz freut sich über die Präsenz und die Erfolge in der größten Rennserie der Welt: „Wir haben von Beginn an betont, dass der KTM X-BOW GT4, den wir gemeinsam mit unserem Partner Reiter Engineering entwickelt haben, ein echtes Kundenrennsportfahrzeug ist. Mit der Cup-Ausschreibung im Rahmen der VLN ist der KTM X-BOW GT4 nun in praktisch allen prestigeträchtigen Rennserien Europas einsetzbar. Ich möchte betonen, dass es für KTM eine große Ehre und Freude ist, nun auch auf der Nürburgring-Nordschleife präsent zu sein. An dieser Stelle gilt unser Dank den Verantwortlichen von VLN und DMSB, Reiter Engineering und Michelin, die dieses Engagement unterstützen.“

Übrigens: Eine separate Anmeldung oder zusätzliche Einschreibegebühren für den „KTM X-BOW CUP powered by MICHELIN“ gibt es nicht. Mit der regulären Nennung zu einem VLN-Rennen bei gleichzeitiger Erfüllung des technischen Cup-Reglements ist man automatisch punkteberechtigt; um in der Gesamtwertung des Cups gewertet zu werden, ist im Jahr 2017 die Teilnahme an mindestens drei von sechs Rennen notwendig.

Die noch ausstehenden Rennen: 23.09.2017: 57. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen (4-Stunden-Rennen) 07.10.2017: 59. ADAC Barbarossapreis (4-Stunden-Rennen) 21.10.2017: 42. DMV Münsterlandpokal (4-Stunden-Rennen)

Fotos: Gruppe C Photography

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