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DAS PERFEKTE REZEPT FÜR DIE RENNSTRECKE

Wenn du schon einmal mit Staunen die vielen extremen Supermoto- und DUKE-Fotos auf der KTM-Webseite bewundert hast, kann es gut sein, dass der Fahrer darauf Lukas Höllbacher war. Der Österreicher ist nicht nur ein Weltmeisterschaftsteilnehmer und überaus talentierter Fahrer, sondern führt auch ein interessantes Doppelleben; unter anderem als Chef eines der ältesten Unternehmen des Landes. Wir haben den 25-Jährigen um etwas mehr Informationen gebeten …

Lukas Höllbacher zeigt seine Skills auf der KTM 450 SMR 2021. @PhilipPlatzer

„Unser ‚Tag‘ beginnt um 1 Uhr in der Früh …“

Lukas ist ein ungewöhnlicher Grand-Prix-Sieger. Der Fahrer aus Ranshofen verbindet die Anforderungen der FIM-Supermoto-Weltmeisterschaft mit jenen, die ihm als Teil der Höllbacher-Familie in die Wiege gelegt wurden, leitet sie doch die ‚Klosterbäckerei Höllbacher‘, die 1125 gegründet wurde, was sie zur ältesten Österreichs macht.

Lukas Höllbacher bei der FIM Supermoto Weltmeisterschaft – Busca, Italien (2020) PC @GerwinvanRosmalen

„Wir backen von 01:00 Uhr morgens bis 08:00 Uhr, dann ist unser Geschäft bis 18:00 Uhr geöffnet. Ich schlafe von 09:00 bis 12:00 Uhr morgens und dann, ganz normal, am Abend. Also zwei Schlafphasen, dann habe ich aber den ganzen Nachmittag frei.“ Höllbacher hat diese Nachmittage dazu verwendet, einer der besten Supermoto-Fahrer der Welt zu werden.

Stift Ranshofen mit der Klosterbäckerei Höllbacher – Österreichs älteste Bäckerei PC @KlosterbäckereiHöllbacher

Seine Trainings- und Vorbereitungsmethode ist ungewöhnlich, aber glücklicherweise kann sich Lukas auf viel Unterstützung verlassen. „Meine Eltern helfen mit, was bedeutet, dass ich einige Nächte Zeit habe, um meine Routine für die Rennwochenenden zu ändern“, so Lukas. „Ansonsten wäre die Belastung zu groß für meinen Körper. Ich brauche ein bis zwei Nächte, um mich richtig vorzubereiten und das funktioniert ganz gut.“

“Ich mag das Backen. Wenn man nicht glücklich ist, wird man weder im Rennsport noch im Job erfolgreich sein. Ich mag die Verbindung aus beidem in meinem Leben.” – Lukas Höllbacher PC @KlosterbäckereiHöllbacher

Die Klosterbäckerei Höllbacher mit zehn Mitarbeitern wird seit vier Generationen von Lukas‘ Familie geführt. Seit dem Ende des letzten Jahrzehnts versucht Höllbacher gleichzeitig zwei Jobs zu meistern. Ranshofen ist nicht weit von Mattighofen entfernt und so ist es kein Wunder, dass Lukas von der Farbe Orange und dem Fahrspaß auf zwei Rädern früh angezogen wurde.

Lukas’ Talent ist hoch angesehen bei KTM Fotoshootings – hier auf der KTM 690 SMC R 2021 PC @SebasRomero

„Als wir beide Kinder waren, bekam meine Schwester die Chance, eine KTM 50 SX zu fahren, und beim Zusehen verliebte ich mich in das Bike! Die Tatsache, dass der Motorsport und KTM in meiner Familie Tradition haben, half auch mit: Mein Onkel war lange Jahre ein Techniker und arbeitete bei der Entwicklung vieler KTM-Offroad-Bikes mit“, erzählt er. Hauptsächlich aufgrund der starken Konkurrenz machte Lukas schnell große Fortschritte auf Asphalt. „In Deutschland und Österreich wurden viele Rennen für junge Fahrer veranstaltet. Ich war von Anfang an schnell auf der 85er und der 250er und machte jedes Jahr große Schritte nach vorn. Mit sechzehn gewann ich die deutsche S1-Kategorie gegen die Profis, wonach mir die Tür im Supermoto-Sport weit offenstand. Wir fuhren fast jedes Wochenende Rennen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern.“

Vollste Konzentration auf die Strecke, Alcarras, Spanien (2020) PC @IvánTerrón

Höllbacher übertraf mit KTM und Bikes wie der KTM 450 SMR (die 450-Version wurde für 2021 völlig überarbeitet) alle Erwartungen. Er war süchtig nach Adrenalin und ging in diesem Sport auf wie einer seiner berühmten Brotlaibe. Er begann, nationale Titel am laufenden Band zu gewinnen, und wurde 2010 mit seinen S3-Titeln in Österreich und Europa zu einem der hungrigsten Fahrer der Szene. Auch Deutschland sollte er bald erobern.

Höllbacher pflegte seine Beziehung zum KTM-Werk und bald wurde er aufgrund seiner beeindruckenden Fähigkeiten und seines aufregenden Fahrstils auf den Titelseiten von Broschüren und Katalogen sowie auf großen Postern für mehr als ein halbes Dutzend verschiedene Bikes abgelichtet. Im Jahr 2016 stand ihm dann der Sinn nach Veränderung.

“Die KTM 450 SMR ist ein waschechtes Rennbike und selbst im Serienzustand kann man damit in der höchsten Klasse gewinnen. So gut ist dieses Motorrad.” – Lukas Höllbacher PC @PhilipPlatzer

„Ich hatte viel Pech in den S1GP-Rennen, bei denen ich gute Resultate holen wollte, um mich für 2017 in eine gute Position zu bringen … aber dieser Plan ging nicht auf“, erinnert er sich. „Also traf ich mich mit Husqvarna Motorcycles und man gab mir einen guten Vertrag für die österreichische Motocross-Meisterschaft.“ So eine frische Herausforderung hatte er gebraucht und tatsächlich stellte sich das als eine solche heraus. „Ich musste viele Rückschläge – schwere Unfälle und Verletzungen – einstecken, hatte aber auch einige gute Rennen, ein paar Siege und viele Holeshots! Motocross ist ein harter Sport, in dem der Schmerz zu einem guten Bekannten wird. Ich war aber mit meiner Entwicklung als Fahrer zufrieden. Diese Aufgabe half mir mit einer Mentalität, Fitness und Fahrtechnik. Insgesamt war es eine schöne Erfahrung.“

Höllbacher feiert seinen Titel in der Spanischen Supermoto Meisterschaft mit Team Manager Franco Mollo und Franco’s Frau Anna. PC @IvánTerrón

Höllbacher fand sich wieder einmal an einem Scheidepunkt, es zog ihn aber deutlich in eine bestimmte Richtung. „In den drei Jahren, die seit meiner Supermoto-Zeit vergangen waren, hatte ich einige Anfragen von Teams bekommen. Also dachte ich, dass es an der Zeit war, zurückzukehren und wieder an der Spitze mitzukämpfen. Für mich war es die beste Wahl, Franco Mollos Anfrage anzunehmen.“

Nach seiner Aufnahme ins KTM MTR-Team folgten weitere Erfolge. Aktuell hält er bei drei Siegen in der Weltmeisterschaft, bevor COVID-19 zur Unterbrechung der Serie führte. Er holte sich außerdem vor Kurzem den Titel in der spanischen Supermoto Meisterschaft 2020.

Die #72 will hoch hinaus (Busca, Italien, 2020) PC @GerwinvanRosmalen

Gleichzeitig verbindet Höllbacher seine familiären Verpflichtungen mit seinem Heißhunger auf das Rennfahren. Tatsächlich musste er sich anstatt auf Rundenzeiten eher auf Backzeiten konzentrieren, da die Bäckerei während des Lockdowns geöffnet blieb. „Wir hatten auch weiterhin geöffnet und der Stress war groß. Am Ende wuchs unser Umsatz aber um 30 %, es war also eine gute Entscheidung“, so Lukas. Im September 2020 übernahm er die Führung des Betriebs von seinem Vater. „Ich mag das Backen. Wenn man nicht glücklich ist, wird man weder im Rennsport noch im Job erfolgreich sein. Ich mag die Verbindung aus beidem in meinem Leben. Wir machen unser hochwertiges Brot immer noch mit der Hand. Es ist eine harte Arbeit, hat aber unter anderem den Vorteil, dass wir jeden Tag frisches, gutes Brot und Brezeln haben! Ich kann mein Energieniveau immer an die jeweilige Situation anpassen.“

Lukas Höllbacher schätzt die Vorteile eine Bäckerei zu leiten: frisches, gutes Brot, jeden Tag – scheint der ideale Treibstoff für einen Meisterschaftssieger zu sein. PC @Landlust

Höllbacher ist stolz auf seinen spanischen Meisterschaftstitel und seine drei Siege in der Weltmeisterschaft, hält aber auch seine ‚versteckte‘ Rolle als KTM-Fotomodell hoch, hat diese doch in den vergangenen Jahren zu einigen spektakulären Fotos geführt und visuell viel zur Markenbildung und dem Marketing beigetragen. So dient Lukas für viele als erste Verbindung zum rauen Charme von Rennstrecken-Waffen wie der KTM 450 SMR 2021. „Diese Aufgabe ist anders als das Rennfahren, aber auch nicht einfach! Ich habe überhaupt keine Erfahrung mit Bikes wie der KTM 125 DUKE, es macht mich aber ungemein glücklich, wenn der Fotograf mir den erhobenen Daumen zeigt und ich weiß, dass die Aufnahme im Kasten ist. Es ist wichtig, das Bike am Limit zu bewegen und früh aggressiv zu fahren. Es ist eine Herausforderung, aber richtig cool.“

Höllbacher holt sich den Titel in der spanischen Meisterschaft am Circuit d’Alcarràs, Spanien (2020) PC @IvánTerrón

Abgesehen vom Kick eines Foto-Shootings kann Höllbacher auch die neusten und besten KTM-Bikes testen. Seine Meinung zur KTM 450 SMR 2021 und zur KTM 690 SMC R ist daher besonders aussagekräftig. „Für mich als Rennfahrer ist die KTM 450 SMR die ideale Maschine für die Rennstrecke. Es handelt sich um ein waschechtes Rennbike und selbst im Serienzustand kann man damit in der höchsten Klasse gewinnen. So gut ist dieses Motorrad. Die KTM 690 SMC R ist perfekt für die Straße, da sie viel Power hat und man damit auch lange Strecken zurücklegen kann. Sie eignet sich nicht nur für die Stadt. Beide Bikes erfordern den gleichen Fahrstil … und das bedeutet jede Menge Fahrspaß.“

“Daumen hoch” vom Fotografen für Lukas Höllbacher auf der KTM 790 DUKE 2020 PC @R.Schedl

Egal, ob er einen besonders schmackhaften Teig knetet oder mit einem Bike über Asphalt-Bodenwellen springt: Die Startnummer 72 ist in der Backstube und auf der Rennstrecke an ‚hitzige‘ Momente gewöhnt. Wohin wird es ihn als Nächstes verschlagen?

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