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Daniel Sanders: Das Aussie Kid triumphiert bei den 90. International Six Days Enduro

Der Australier Daniel Sanders war einer der herausragenden Akteure bei den diesjährigen International Six Days Enduro in der Slowakei.

Der 21-Jährige aus Melbourne siegte in der Enduro 3-Klasse und führte sein Team damit maßgeblich zum Erfolg in der FIM Junior World Trophy. Ein ziemlich beeindruckendes Ergebnis für einen jungen Mann, der gerade erst anfängt, sich in der internationalen Enduro-Szene einen Namen zu machen …


Daniel Sanders (AUS) ISDE 2015 Košice (SVK)

Daniel Sanders (AUS) ISDE 2015 Košice (SVK)


Glückwunsch Daniel! Du musst überglücklich sein mit deinen Ergebnissen? „Danke! Es war eine unglaubliche Woche. Um ehrlich zu sein, kann ich gar nicht glauben, wie gut es gelaufen ist, das habe ich definitiv nicht erwartet. Es war großartig.“

Lass uns ein paar Jahre zurückblicken; wie bist du überhaupt zum Motorradfahren gekommen? „Mein Dad war Endurofahrer. Er ist Ende der 80er Jahre ein paar australische Meisterschaften gefahren, hat dann aber aufgehört und eine Familie gegründet. Mein älterer Bruder fing ungefähr mit zwölf an, Motorrad zu fahren. Ich war ein bisschen jünger, aber ein ziemlich lebhaftes Kind. Unser Vater wollte nicht, dass wir so früh beginnen, hat dann aber nachgegeben und mir ein Motorrad besorgt. Wir haben also nichts übereilt oder wurden zu irgendwas gedrängt. Wir haben eine Apfelplantage von etwa 162.000 m2 mit Busch- und Grasland, dort sind wir gefahren. Es war wie ein großer Spielplatz, wo wir machen konnten, was wir wollten. Immer wenn ich Zeit hatte, bin ich Motorrad gefahren, habe aber auch andere Sportarten wie Basketball, Cricket und Fußball ausprobiert.“

Wie bist du zum Rennsport gekommen und wann war der Punkt erreicht, an dem du gegen die besten der Welt fahren konntest? „Mit 13 bin erste Rennen bei Club Days gefahren. Ich wollte immer schneller werden, habe davon geträumt so zu sein wie mein Vater und wollte mich verbessern. Ich bin alle Meisterschaften in Australien gefahren, war aber immer der Zweitplatzierte. Das war bei den Juniors so und auch danach. Als ich dann zu den Seniors wechselte, waren dort die gleichen Jungs und ich kam wieder nie über den zweiten Platz hinaus. Aber 2014 hat es dann Klick gemacht. Ich habe die U19-Klasse gewonnen und wurde Sechster in der Australischen Offroad-Meisterschaft. Ich arbeitete im Familienunternehmen und investierte mein ganzes Geld in den Rennsport, aber das war genau das, was ich machen wollte. Es gibt kein besseres Gefühl und ich habe immer weitergearbeitet, um irgendwann an die Spitze zu kommen. Dieses Jahr wurde ich Vierter in der australischen Meisterschaft und Zweiter in der Enduro 3 hinter Toby Price. Das war mein bisher bestes Ergebnis bis zu den Six Days in diesem Jahr.“


Daniel Sanders (AUS) ISDE 2015 Košice (SVK)

Daniel Sanders (AUS) ISDE 2015 Košice (SVK)


Welche Ziele hattest du dir vor dem Rennen gesteckt und welche Erwartungen hattest du an die Six Days in der Slowakei? „Das hier waren meine zweiten Six Days. Letztes Jahr in Argentinien hatte ich kein gutes Set-Up und wurde am Ende Zwanzigster. Für das Rennen in der Slowakei habe ich auf ein Top 15-Ergebnis gehofft und wusste, dass ich es vielleicht auch ein paarmal unter die Top 10 schaffen könnte. Dann lag ich auf einmal bei einigen Tests auf dem zweiten und dritten Platz und war am vierten Tag Gesamtvierter. Das war einfach nur unglaublich. Der Gesamtsieg in der E3 war ein weiteres verrücktes Ergebnis, das ich so nicht erwartet hatte, denn das Rennen hatte gar nicht so gut begonnen. Am ersten Tag musste ich in einem Test einige Leute überholen und habe viel Zeit verloren, so dass es am Ende nur ein dreizehnter Platz wurde. Dann liefen die Dinge besser und an Tag 2 wurde ich Siebter. An den nächsten drei Tagen fuhr ich Top 5-Ergebnisse ein. Ich konnte es nicht glauben, ich war in einigen Tests gestürzt und landete trotzdem in den Top 10.“

Wie gefällt dir Europa und das schlammige Terrain? Wie gut warst du auf diese Art von Bedingungen vorbereitet? „Ich weiß nicht, ob diese Bedingungen meinem Fahrstil entgegenkommen oder nicht; ich habe mich einfach gut gefühlt auf meiner KTM 300 EXC. Ich habe versucht, konstant zu fahren und Stürze zu vermeiden. Das Wetter war eigentlich fast wie zu Hause. Viele Leute denken, dass Australien nur aus trockenen Gebieten und Wüste besteht, aber das ist nicht so. Wir haben jedes Terrain und offensichtlich kann ich mit den schlammigen Bedingungen gleichermaßen gut umgehen. Zu Hause in Australien haben wir alles, von lehmigen bis hin zu sandigen Böden.“

Warum hast du dich entschieden, die ISDE mit einer KTM 300 EXC zu fahren? „Ich bin mit der 300 EXC jetzt schon einige Zeit in Australien gefahren und wollte für die Six Days nicht wechseln. Ich kenne das Motorrad ziemlich gut und kann alles Nötige reparieren. Vor dem Event hatten wir einen guten Test mit dem australischen Team, bei dem wir ein paar gute Settings gefunden haben. Im Laufe des Rennens fand ich einen guten Rhythmus, gewöhnte mich an die Bedingungen und kam super mit meinem Bike zurecht. Ich war schnell und machte kaum Fehler. Ich glaube die 300 EXC ist eine der besten Optionen für so ein langes und herausforderndes Rennen. Das einzige, das ich am Ende jedes Tages gewechselt habe, waren die Luftfilter und die Reifen. Und einmal habe ich die Bremsbeläge gewechselt, das war alles.“


Daniel Sanders (AUS) KTM 300 EXC ISDE 2015 Košice (SVK)

Daniel Sanders (AUS) KTM 300 EXC ISDE 2015 Košice (SVK)


Was war dein Highlight bei den diesjährigen ISDE? „Es war aus vielen Gründen ein großartiges Event. Ich freue mich, dass mein Team die Junior World Trophy gewonnen hat und für mich persönlich natürlich der Gesamtsieg in der E3. Einen Test beendete ich auf Platz 2 und den vierten Tag als Gesamtvierter. Es gab also einige Highlights für mich bei diesen Six Days. Insgesamt war es die beste Woche meiner bisherigen Rennfahrerkarriere.“

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? „Jetzt werde ich erstmal für eine Weile in Europa bleiben und dann das letzte Rennen der Enduro-Weltmeisterschaft in Frankreich am ersten Oktoberwochenende fahren. Ich möchte sehen wie es dort abläuft und wie ich in der Enduro Juniors-Klasse abschneiden kann. Ich bin 21 und habe noch zwei weitere Jahre, wenn ich in der Junioren-Klasse der EWC fahren will. Um ehrlich zu sein, würde ich es gerne genauso machen wie Matt Phillips – nach Europa kommen und Rennen fahren. Matt hat sich beachtlich geschlagen und ich könnte versuchen, in seine Fußstapfen zu treten und vielleicht einen Weltmeistertitel zu gewinnen. Ich werde in Frankreich fahren, schauen, wo ich stehe und herausfinden, wo ich mich verbessern muss. Ich werde mein Bestes geben; es wird ein tolles Event.“


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