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Besuch im Hauptquartier von KTM USA

Das Hauptquartier von KTM Nordamerika findet sich in schöner Lage in Murrieta in Kalifornien, ungefähr eineinhalb Autostunden südwestlich von Los Angeles. Der hübsche Gebäudekomplex mutet von außen wie eine Legokonstruktion mit diversen Abteilungen an; am liebsten möchte man überall den Deckel lüften und mit den Innereien spielen. Schon im Empfangsbereich sind allerlei Bikes, Zubehör und –Bekleidungsteile ausgestellt, die einen Vorgeschmack bieten auf das, was einen im hinteren Bereich hinter den Türen erwartet.


Es ist schön bei KTM und das Ambiente inside ist schlicht phantastisch. Vieles ist orange eingefärbt oder angemalt, schöne Actionbilder dekorieren die Wände, alles wirkt clean, durchdacht, organisiert und sauber. An einem Eingang sind MX-Startnummern-Tafeln als Deko aufgehängt und natürlich entzücken überall Siegertropäen und Racing-Devotionalen das Auge des Besuchers. Es fällt leicht, sich unweigerlich wohl zu fühlen.

Vorbei an luftigen, gläsern abgeteilten Büros gelangen wir zu einem Raum, in dem Händlerschulungen abgehalten werden. Zwei Adventure-Bikes stehen als Anschauungsobjekte bereit. Beim Blick nach oben sticht ein Lüfterpropeller der Klimaanlage ins Auge, der etwa die Spanne eines (hinteren) Hubschrauber-Rotors hat; was eigentlich nur verdeutlicht, wie intensiv die Temperaturen im kalifornischen Sommer sein können.

Ian Harrison, Technischer Direktor des Red Bull KTM Teams, erklärt, dass diese Arbeitszone bei Händlerschulungen für Workshops und Seminare genutzt wird. In einer Ecke wartet eine lange Reihe glänzender, frisch durchgecheckter 50SXS-Minibikes für den KTM Junior Supercross Cup darauf, fürs kommende Event in einen Riesentruck verladen zu werden. Ungefähr hier ist auch der Bereich, in dem das wunderbare und mittlerweile recht bekannte Harlem Shake-Video von KTM-USA entstand und gefilmt wurde.

Langsam nähern wir uns den Räumlichkeiten der Rennabteilung. KTM-Niederlassungsleiter (in Amerika sagt man »Präsident«) Jon-Erik Burleson schwirrt vorbei, in der Rennabteilung trifft man (als interessierter MX-Beobachter) auf etliche bekannte Techniker und Mechaniker aus dem Fahrerlager. Roger De Coster, der ein Büro mit Teamkoordinator Casey Lytle teilt, grüßt freundlich. Ken Roczen, der eben von einer Trainingseinheit zurück kommt, taucht zufällig für einen Moment auf.

Die Räumlichkeiten im Off-Road-Bereich sind genau so, wie man sich das vorstellt. Zweckmäßig aufgeteilt, bestens ausgestattet und makellos sauber. Auch der Maschinenpark, der es erlaubt, alle möglichen Teile herzustellen oder zu bearbeiten, ist sehr beeindruckend.

Pikobello sind aber nicht nur die Einrichtungen für die Rennteams (Supercross, MX, GNCC, Minibikes etc.), auch die Atmosphäre zwischen den Mitarbeitern zeugt von lebhafte Kameradschaft; jedenfalls gehören Smalltalk und Witzereißen auf relaxte Art und Weise dazu. Die Arbeitsbereiche für die Bikes von Dungey, Roczen und Musquin muten nicht übertrieben großzügig an, verdienen aber das Prädikat proper. Auf jeden Fall scheint in diesen Bereichen Qualität statt Quantität das Motto zu sein..

Die KTM 450SX-F von Ryan Dungey, mit der 2012 der erste 450er Supercross-Sieg in Phoenix gelang und später der AMA US-Meistertitel erobert wurde, thront auf einem Ehrenplatz und ist ganz sicher der Star unter den zahlreichen Maschinen, die auf Fluren und an etlichen Ecken abgestellt sind. Auch Prüfstand und Räume für die Motorenmontage finden sich hier. Gut 30 Minuten allerdings ist der nächste wichtige Standort für das Red Bull KTM Team entfernt – die Supercross-Testpiste.

Die KTM-eigene Supercross Teststrecke findet sich weniger als fünf Meilen entfernt an der Autobahn zum Lake Elsinore. Auch ein paar andere Teams und Marken, die sich hier angesiedelt haben, sind in unmittelbarer Umgebung zu finden. Der KTM-Track mit Whoops und Sprüngen wurde kunstfertig angelegt, der rötlich-orange Boden extra importiert, angeblich hat der Bau der Anlage ein paar hunderttausend Dollar verschlungen. Jedenfalls ist dies die Location, auf der Dungey, Roczen, Musquin & Co zu Trainings- und Testzwecken andauernd herumhämmern, um für die Rennen auf amerikanischem Grund und Boden stets bestmöglich vorbereitet zu sein.

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