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25 JAHRE DUKE: TEIL 1 – EINZYLINDER MIT LC 4

1994 nahm die KTM 620 DUKE zum ersten Mal die Straße ins Visier. Lasst uns anlässlich des 25-jährigen Jubiläums einen Blick auf die beeindruckende Geschichte des ersten 1-Zylinder-Straßenmotorrades von KTM werfen.

KTM 620 DUKE MY1994 @ KTM


Gleich drei Meilensteine in der über sechseinhalb Jahrzehnte langen Geschichte von KTM können die Besucher der KTM Motohall bewundern. Mit der R 100 hatte 1953 der Weg von KTM als Motorradhersteller begonnen. Die Penton Six Day 125 brachte 1968 den Stein ins Rollen mit der bekannten Folge, dass KTM schon seit vielen Jahren Weltmarktführer bei den Offroad-Bikes ist. Und mit der 620 Duke baute KTM 1994 zum ersten mal ein Straßenmotorrad mit Viertaktmotor. 25 Jahre ist das nun her, Grund genug für einen Rückblick auf den Kultklassiker und seine Nachfahren.

Nach dem Konkurs der früheren KTM Motor-Fahrzeugbau AG startete die KTM Sportmotorcycle GmbH im Januar 1992 neu. Natürlich wollte man die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, wo vom Fahrrad über zahlreiche unterschiedliche Mopeds bis hin zu Geländemaschinen teilweise über 40 verschiedene Typen gleichzeitig gebaut wurde, sondern konzentrierte sich auf den hochmodernen LC 4-Motor, einen flüssigkeitsgekühlten Einzylinder-Viertakter, um den vor allem die japanische Konkurrenz KTM beneidete. Um diesen Motor wurde das „Hard Enduro“-Konzept geschaffen – nur das Wesentliche, aber das vom Feinsten. Selbst auf einen Elektrostarter verzichtete man anfangs sogar.

Natürlich war klar, dass KTM auf Dauer nicht mit der Hard Enduro und einer überschaubaren Palette von Zweitakt-Enduros und Motocross-Maschinen überleben konnte, deswegen machten sich die Entwickler schon frühzeitig Gedanken über ein Straßenmotorrad, ebenfalls angetrieben vom LC 4-Triebwerk. Damals waren Supermotard-Replicas in Mode, superhandliche Motorräder, die von Enduros abstammten, aber 17 Zoll große Straßenräder hatten – den Begriff „Supermoto“ kannte man noch nicht. Mit solchen Funbikes konnte man auf kurvigen Sträßchen Fahrer wesentlich größerer Motorräder schier zur Verzweiflung bringen. Ein solches Spaßbike, quasi ein Kart auf zwei Rädern, bot sich da natürlich an, weil es mit der 620 Enduro schon ein passendes Basisfahrzeug gab.

Terminator prototype @ KTM


Die erste Skizze von KTM Designer Gerald Kiska trug noch den heute in Vergessenheit geratenen Projektnamen „Terminator“, die Abstammung von der Hard Enduro war dennoch kaum erkennbar. Eine markante Frontverkleidung mit Ellipsoid-Doppelscheinwerfer und eine Lackierung in orangemetallic machte die Duke zu einer unverwechselbaren Erscheinung. Mit 50 PS war die 620 Duke damals der kräftigste Single auf dem Markt.

Eine nette Geschichte rankt sich um den Namen. Zwei Wochen vor der Präsentation fehlte noch ein markanter Name für das Ausstellungsbike. Projektleiter Wolfgang Felber erinnert sich, dass er mit einer Liste verschiedener Vorschläge auf dem Weg in die Chefetage war und im Treppenhaus Kalman Cseh traf, der für solche Dinge zuständig war. Cseh gefiel auf Anhieb der Vorschlag „Duke“, wobei er da weniger an den legendären Rennfahrer Geoff Duke gedacht hatte, der in den 1950er Jahren auf seinen Norton Einzylindermaschinen fast unschlagbar war, sondern eher an „Duke“ im Sinne von „Herzog“. Auf den Aufklebern, die der Grafiker entworfen hatte, war dann „The Duke“ zu lesen, der Spitzname des englischen Mulit-Weltmeisters, der damit doch noch zu Ehren kam.

Die Duke – heute zur Unterscheidung späterer Modelle oft Duke I genannt – gab es in jedem Jahr nur in limitierter Stückzahl und in einer bestimmten Farbe – 1994 orange, 1995 schwarz, 1996 gelb, 1997 wieder schwarz und die „last edition“ von 1998, die schon über den größeren 640er Motor verfügte, war wieder orange. Die Exklusivität kaufte man also gleich mit.

KTM 640 DUKE MY1999 @ KTM


1999 folgte dann die 640 Duke II, die bis 2006 gebaut wurde, für viele heute noch ein zweirädriges Designerstück. Gerald Kiska hatte das aus dem Automobilbereich bekannte „Edge-Design“ für den Motorradbereich perfektioniert und seither tragen alle KTM-Motorräder Kiskas kantige Handschrift. Und schon lange, bevor im Automobilbereich jemand an LED-Signaturen dachte, war die 640 Duke II als einziges Motorrad überhaupt schon im Rückspiegel als KTM erkennbar. Der Grund waren die beiden übereinanderliegenden Ellipsoid-Scheinwerfer, ein im Motorradbereich einzigartiges Stylingelement. Über viele Jahre hinweg gab es bei KTM nach der „Ur-Duke“ nichts mehr, was zwei Scheinwerfer nebeneinander hatte, höchstens übereinander. Mit filigranen Gußrädern und zwei Schalldämpfern direkt unter der Sitzbank war die Abstammung von einer Enduro nicht mehr zu erkennen. Wie bereits bei der ersten Duke gab es die Duke II jährlich in wechselnden Farben. Titan, Orpheus Black, Arctic White, Chili Red oder Lime Green sind einige davon. Nicht zuletzt wegen des hohen Preises blieb auch die Duke II immer recht exklusiv.

Das Highlight auf der Intermot 2006 war die polarisierende 690 Supermoto, die Vorläufer einer ganzen Palette sportlicher KTM-Einzylinder sein sollte. Der komplett neu konstruierte Einzylinder mit elektronischer Einspritzung leistete 63 PS und damit blieb das „blaue Band“ des stärksten Singles weiter bei KTM. Die dritte Auflage der Duke, die 2008 folgte, hatte anders als die beiden Vorgängermodelle weder optisch noch technisch Ähnlichkeit mit einer Enduro, sie war von Grund auf als Straßenmaschine konzipiert worden. Highlights waren der Gitterrohr-Rahmen, eine gegossene Schwinge und vor allen Dingen der unter dem Motor liegende kurze Schalldämpfer, wie er bereits vom Superbike RC 8 bekannt war. 2010 folgte die mit vielen KTM powerparts aufgewertete 690 Duke R, schon von weitem erkennbar am orangefarbigen Rahmen, wie ihn alle R-Modelle von KTM hatten.

KTM 690 DUKE MY2018 @ KTM


2012 bekam die 690 Duke III einen Nachfolger, der auch Sozius- und Langstreckentauglichkeit zu bieten hatte. Der Motor hatte nun volle 690 ccm und blieb damit auch weiterhin der stärkste Single überhaupt. Deutlich sportlicher kam die 690 Duke R daher, was Optik, Abstimmung und Sitzposition betrag.

Die aktuelle Version der 690 Duke gibt es seit 2016. Mit einem fortschrittlichen elektronischen Motormanagement und einer zweiten Ausgleichswelle bietet der 690 LC 4 trotz beeindruckender 73 PS eine für einen Einzylindermotor eine unerreichte Kultiviertheit.

Was vor 25 Jahren mit der 620 Duke, schon lange ein Kult-Klassiker, begann, setzt sich heute in der 690 Duke mit modernem Styling und dem neuesten Stand der Technik fort. Und seit einem viertel Jahrhundert ist die Duke das stärkste in Serie gebaute Einzylinder-Motorrad geblieben.

Lang lebe die DUKE!

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1993 KTM 620 DUKE prototype @ KTM

Bilder: KTM, Kiska

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